Eine Handwerker Website wird nicht danach beurteilt, wie schön sie aussieht, sondern danach, wie viele qualifizierte Anfragen sie jeden Monat auslöst. Der Ablauf ist fast immer gleich: Jemand tippt « Schreiner München » oder « Elektriker Hamburg » ins Smartphone, oft während er im betroffenen Raum steht. Er öffnet zwei oder drei Ergebnisse, prüft schnell, ob der Betrieb seinen Ort abdeckt, ob er verfügbar ist und ob er solche Arbeiten schon gemacht hat, und ruft dann den an, der am seriösesten wirkt.
Dieser Leitfaden richtet sich an Schreiner, Elektriker, Maler, Maurer und Fliesenleger, die ihre Onlinepräsenz in einen stetigen Auftragsfluss verwandeln wollen.
Warum eine Handwerker Website den Anfragefluss verändert
Mundpropaganda bleibt der wichtigste Kanal im Handwerk, läuft heute aber über das Internet, bevor sie zum Auftrag wird: Wenn ein Nachbar Sie empfiehlt, gibt die Person Ihren Namen bei Google ein, um zu prüfen, ob es Sie gibt und ob Sie ihren Ort abdecken. Eine Website ersetzt die Empfehlung nicht, sie bestätigt und verstärkt sie.
Der zweite Effekt wirkt direkter. Eine gut gebaute Website macht Sie für Suchanfragen sichtbar, die Sie heute gar nicht erreichen: « Parkett verlegen lassen Schwabing », « Zählerschrank erneuern Kosten ». Solche Long-Tail-Suchen bringen präzise Anfragen und sind deutlich weniger umkämpft als allgemeine Keywords.
Was Besucher in zehn Sekunden sehen wollen
Der obere Bereich Ihrer Startseite muss fünf Fragen beantworten, ohne dass jemand scrollen muss. Fehlt eine Antwort, geht der Besucher zurück zu den Suchergebnissen und öffnet den nächsten Betrieb.
- Gewerk und Spezialisierung, schlicht formuliert: « Schreinerei für Innenausbau und Möbel nach Maß ».
- Das tatsächliche Einsatzgebiet mit den wichtigsten Orten und einem Radius in Kilometern.
- Eine ungefähre Rückrufzeit und ein realistischer Starttermin statt Schweigen.
- Ein Seriositätsnachweis: Jahre am Markt, Betriebshaftpflicht, Qualifikationen, Bewertungsdurchschnitt.
- Eine Preisspanne, auch wenn sie weit gefasst ist, um Erwartungen zu ordnen.
- Sofortiger Kontakt: klickbare Telefonnummer oben und ein Button für die Angebotsanfrage.
Aufbau einer Handwerker Website, die Anfragen bringt
Sechs bis zwölf Seiten genügen. Der klassische Fehler ist, alles auf eine endlose Startseite zu packen: Damit verlieren Sie die Chance, für unterschiedliche Suchanfragen zu ranken, und die Seite wird unlesbar.
Die Startseite
Schaufenster und Wegweiser. Klare Überschrift, Einsatzgebiet, drei bis fünf Leistungen mit Link auf die eigene Seite, eine Auswahl an Referenzen, zwei Bewertungen und ein Kontaktblock. Sie muss nicht lang sein, sie muss entscheidend sein.
Eine Seite pro Leistung
Das ist der am meisten unterschätzte Hebel. Legen Sie für jede Leistung, die Sie wirklich verkaufen, eine eigene Seite an: Parkett verlegen, Fenster austauschen, Fassade sanieren, Fliesen legen. Beschreiben Sie den Ablauf, die übliche Dauer, die Materialien, eine Preisspanne und zwei bebilderte Beispiele. Jede Seite ist eine weitere Eingangstür aus der Suche.
Die Seite zum Einsatzgebiet
Listen Sie Orte und Stadtteile auf, die Sie abdecken, mit einer einfachen Karte und Ihren Anfahrtszeiten. Denselben Text zu kopieren und nur den Ortsnamen zu tauschen bringt nichts und kann Ihnen schaden.
Referenzen
Ein nach Auftragsart sortiertes Portfolio mit Kontext, Dauer und Materialien je Projekt. Diese Seite lesen die ernsthaften Interessenten, die ein Budget haben und die Ausführungsqualität vor dem Preis vergleichen.
Kundenbewertungen
Bündeln Sie Rückmeldungen und nennen Sie Auftragsart und Ort. « Sechs Fenster in Altona getauscht, Baustelle in drei Tagen abgeschlossen » überzeugt weit mehr als ein anonymes « Sehr guter Handwerker ».
Angebot und Kontakt
Kurzes Formular, klickbare Nummer, Öffnungszeiten und ein Satz dazu, was nach dem Absenden passiert. Fragen Sie nur das Nötigste ab: Name, Telefon, Ort, Art des Vorhabens, optionales Foto. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen.
Baustellenfotos: Ihr stärkstes Argument
Fotografieren Sie den Ausgangszustand grundsätzlich vor Arbeitsbeginn: Ohne dieses Bild gibt es kein Vorher-Nachher, und genau dieses Format löst die meisten Anfragen aus. Fotografieren Sie vom selben Standpunkt und auf derselben Höhe, damit der Vergleich lesbar bleibt.
Setzen Sie eine nützliche Bildunterschrift statt eines dekorativen Titels: Art der Arbeit, Ort, Dauer und ein technisches Detail. « Massivholzdielen in einem Altbau in Hamburg aufgearbeitet, vier Tage inklusive Schleifen und Versiegeln » nützt dem Besucher, der Suchmaschine und den KI-Antwortsystemen.
Achten Sie auf das Gewicht der Bilder: Unkomprimierte Handyfotos wiegen mehrere Megabyte und machen die Seite bei schwachem Mobilfunk unbrauchbar. Verkleinern Sie die Dateien, exportieren Sie in einem modernen Format, aktivieren Sie verzögertes Laden und pflegen Sie Alternativtexte.
Angebote und Preise: Orientierung geben, ohne sich festzulegen
Viele Betriebe nennen grundsätzlich keine Preise. Schweigen hat aber seinen Preis: Anrufe von Interessenten weit außerhalb Ihres Budgetrahmens und Abende, an denen Sie Aufträge kalkulieren, die nie zustande kommen. Nennen Sie Spannen, die klar als Richtwerte gekennzeichnet sind, und erklären Sie die Einflussgrößen.
- Eine Größenordnung je sinnvoller Einheit: pro Quadratmeter, pro laufendem Meter, pro Element, pro Arbeitstag.
- Was enthalten ist und was nicht: Material, Demontage des Bestands, Entsorgung, Feinarbeiten.
- Ihre Anfahrtsregelung: innerhalb eines Radius kostenlos, darüber hinaus berechnet.
- Zuschläge für Eilaufträge, obere Stockwerke ohne Aufzug oder schwierige Zugänge.
- Versprechen Sie online keinen Festpreis und keinen garantierten Termin ohne Ortstermin.
Lokales SEO: gefunden werden, wenn jemand in der Nähe sucht
Google Unternehmensprofil und einheitliche NAP-Daten
Ihr Unternehmensprofil ist oft der erste Kontaktpunkt, noch vor der Website. Pflegen Sie Hauptkategorie, Einsatzgebiet, echte Öffnungszeiten und Fotos aktueller Baustellen. Achten Sie danach auf einheitliche NAP-Daten: Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Profil und in Verzeichnissen identisch sein. Eine in drei Varianten geschriebene Adresse verwässert das Standortsignal.
Seiten je Ort und Long-Tail nach Suchabsicht
Kombinieren Sie Leistungen und Gebiete: « Fliesen legen in Ottobrunn », « Fassadensanierung in Hamburg Eimsbüttel », aber nur dort, wo Sie echten Inhalt haben. Bearbeiten Sie außerdem Suchanfragen, die ein Problem statt eines Gewerks beschreiben, etwa « Riss in tragender Wand was tun ». Weniger Volumen, aber deutlich besser qualifizierte Kontakte.
Bewertungen und strukturierte Daten
Bitten Sie nach jedem gelungenen Auftrag um eine Bewertung, mit einem direkten Link per Kurznachricht, und antworten Sie sachlich auf alle Rückmeldungen. Ergänzen Sie strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness als JSON-LD auf Startseite und Kontaktseite sowie Service-Daten auf jeder Leistungsseite.
Mobile Performance und technisches SEO
Fast alle Besucher kommen über das Smartphone. Gestalten Sie zuerst für mobile Geräte und prüfen Sie das Ergebnis auf einem echten Telefon. Die Core Web Vitals messen Ladegeschwindigkeit, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität: Eine Seite, die beim Laden springt, lässt den Anrufbutton verfehlen.
- Klickbare Telefonnummer im Kopfbereich jeder Seite, wiederholt im Fußbereich.
- Formular mit höchstens vier bis fünf Feldern und passender Tastatur je Feld.
- Schaltflächen groß und weit genug auseinander, um sie mit dem Daumen zu treffen.
- Komprimierte Bilder mit reservierten Abmessungen, damit das Layout nicht verrutscht.
- Ausreichender Kontrast, Alternativtexte und eine mit der Tastatur bedienbare Navigation.
In KI-Antwortmaschinen sichtbar werden
Ein wachsender Teil der Suchen endet in einem Chatassistenten statt auf einer Ergebnisseite. Um zitiert zu werden, brauchen Sie faktische Substanz: klare, konkrete Aussagen dazu, was Sie tun, wo und zu welchen Bedingungen. Ein strukturierter Fragenbereich, eine Frage je Überschrift mit vollständiger Antwort darunter, eignet sich besonders gut für diese Auswertung. Einheitliche Unternehmensangaben zählen hier noch stärker: Ein Modell, das drei Versionen Ihrer Telefonnummer findet, nennt keine davon.
Saisonalität, Verfügbarkeit und Nachunternehmer
Handwerksarbeit folgt deutlichen Zyklen: Fassade und Dach im Frühjahr und Sommer, Dämmung und Außenfenster vor dem Winter, Innenausbau in der ruhigen Jahreszeit. Veröffentlichen Sie Saisonseiten mehrere Monate vor der Suchspitze, damit Google Zeit hat, sie zu indexieren und zu platzieren.
Zeigen Sie Ihre Verfügbarkeit ehrlich: « Auftragsbücher bis Mitte September voll » verhindert Enttäuschungen. Wenn Sie Gewerke, die Sie nicht abdecken, an Partner vergeben, sagen Sie es: Viele Privatkunden suchen einen einzigen Ansprechpartner, der mehrere Gewerke koordiniert, und genau das ist ein Verkaufsargument.
Versicherungen, Qualifikationen und Pflichtangaben
Vertrauen entsteht durch überprüfbare Angaben: Rechtsform, Handelsregister- oder Betriebsnummer, Umsatzsteuerangaben, Betriebshaftpflichtversicherung und die Gewährleistung, die Sie auf Ihre Arbeit geben. Nennen Sie Ihre beruflichen Qualifikationen, die Eintragung bei der Handwerkskammer und Herstellerzertifikate, sofern vorhanden.
Planen Sie die erwarteten Rechtsseiten ein: Impressum, Datenschutzerklärung und gegebenenfalls allgemeine Geschäftsbedingungen. Die Pflichten unterscheiden sich je nach Land und Gewerk und ändern sich: Klären Sie mit Ihrer Innung, Ihrer Kammer oder Ihrem Steuerberater, was für Sie gilt, statt Texte eines Kollegen mit anderer Rechtsform zu übernehmen.
Messen, was wirklich zählt
Die Besucherzahl ist eine Nebenkennzahl. Entscheidend sind die eingehenden Anfragen und ihre Qualität.
- Zählen Sie Klicks auf die Telefonnummer als vollwertige Konversion.
- Erfassen Sie Formularsendungen und Angebotsanfragen samt Ort und gewünschter Leistung.
- Notieren Sie, wie viele Angebote je Leistungsart zu Aufträgen werden.
- Nutzen Sie die Google Search Console, um zu sehen, welche Suchanfragen Besuche bringen.
- Beobachten Sie die Statistik Ihres Profils: Anrufe, Routenanfragen, Klicks zur Website.
Gewöhnen Sie sich außerdem an, am Telefon zu fragen, wie der Kunde Sie gefunden hat. Diese Frage dauert zehn Sekunden und ist verlässlicher als jedes Dashboard.
Die Website mit Cadrant ohne Programmieren erstellen
Für all das brauchen Sie keine technischen Kenntnisse. Mit Cadrant beschreiben Sie in normaler Sprache Ihr Gewerk, Ihre Leistungen und Ihr Einsatzgebiet, und die Plattform erzeugt die passenden Seiten, die Sie danach im Dialog verfeinern. Der praktische Vorteil liegt darin, die Seite abends selbst ändern zu können, ohne auf eine Agentur zu warten, nur um eine Preisspanne anzupassen oder Baustellenfotos zu ergänzen. Eine Website, auf der regelmäßig neue Referenzen erscheinen, rankt besser als eine seit drei Jahren unveränderte.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten braucht die Website eines Handwerksbetriebs?
Sechs bis zwölf Seiten decken die meisten Fälle ab: Startseite, drei bis sechs Leistungsseiten, Einsatzgebiet, Referenzen, Bewertungen, Kontakt und Rechtsseiten. Sechs gehaltvolle Seiten sind besser als zwanzig dünne, die nur für Suchmaschinen geschrieben wurden.
Sollte man Preise veröffentlichen?
Richtwerte zu veröffentlichen lohnt sich fast immer: Sie filtern Anfragen außerhalb Ihres Rahmens und geben ernsthaften Interessenten Sicherheit. Weisen Sie darauf hin, dass es sich um Größenordnungen vorbehaltlich eines Ortstermins handelt, und vermeiden Sie feste Zusagen vor der Besichtigung.
Wie lange dauert es bis zu den ersten Anfragen?
Ein vollständig gepflegtes Unternehmensprofil kann innerhalb weniger Wochen Anrufe bringen. Bis Leistungsseiten organisch stabil ranken, vergehen je nach Wettbewerb in Ihrer Stadt meist mehrere Monate. Arbeiten Sie parallel an Bewertungen, die schneller wirken.
Reicht ein Profil auf einem Handwerkerportal?
Solche Portale bringen Volumen, stellen Sie aber in einen direkten Preiswettbewerb, behalten eine Provision ein und gehören nicht Ihnen. Ihre Website bleibt der einzige Vermögenswert, den Sie kontrollieren: Der eine Kanal ist gemietet, der andere gehört Ihnen.
Womit Sie anfangen
Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu erstellen. Beginnen Sie mit einer Startseite, die die fünf Fragen der ersten zehn Sekunden beantwortet, einer Kontaktseite mit klickbarer Nummer und einem vollständig ausgefüllten Google Unternehmensprofil. Ergänzen Sie danach jeden Monat eine Leistungsseite, beginnend mit der ertragreichsten, und dokumentieren Sie jeden fertigen Auftrag mit zwei Fotos und einer Bildunterschrift.